Heft 2.2016: Licht

Mehr Dynamik für Licht am POS

Im Rahmen der Gestaltung einer angenehmen Atmosphäre mit Wohlfühlfaktor am Point of Sale ist das Medium Licht heute ein Schlüsselfaktor. Dabei geht es nicht nur um die Ausleuchtung der Produkte, die atmosphärische Beleuchtung am POS steht im Mittelpunkt des Interesses. Licht wird zunehmend zur Dekoration und zur Erzeugung von besonderen Stimmungen eingesetzt. Neben den physikalischen Kriterien wie Helligkeit, Lichtfarbe und Farbwiedergabe hat Licht erwiesenermaßen also auch eine psychologische Wirkung.

Es reizt zum Hinsehen, führt die Konsumenten und lenkt ihre Aufmerksamkeit. Licht gestaltet Erlebniswelten. Dabei wird warmtoniges Licht mit niedrigen Beleuchtungsstärken in der Regel als behaglicher empfunden. Das Einsatzspektrum von Licht reicht von einer allgemeinen, gleichmäßigen Beleuchtung bis zum fokussierten Licht, das einzelne Akzente und Kontraste schafft. Bei Umfragen im Lebensmittelhandel wird eine punktuelle Beleuchtung einzelner Waren von der Mehrzahl der Kunden positiv bewertet. Je nach beabsichtigter Wirkung am POS kann Licht stimulierend oder beruhigend wirken. Die Art und Intensität der Helligkeit des Lichtes kann genutzt werden, um aktivierende und deaktivierende Aspekte zu berücksichtigen. Die Warenfläche wird in der Regel heller beleuchtet als nicht verkaufsaktive Bereiche, z.B. Ruhezonen. Es wird empfohlen, die Beleuchtung dynamisch einzusetzen. Ist es draußen hell, darf es drinnen auch gut beleuchtet sein; bei Dunkelheit gilt das Gleiche analog. Ein flexibles Beleuchtungssystem, das sich unterschiedlichen Lichtbedingungen anpasst, kann dabei helfen. Dazu werden verschiedene Lichtquellen und variable Lichtstärkenregler verwendet, die es ermöglichen, Erlebniswerte mit Emotionen zu verknüpfen. Es sollte versucht werden so viel Tageslicht wie möglich am POS zu integrieren, da natürliches Licht zum psychischen Wohlbefinden der Menschen beiträgt. Zudem vergrößert natürliches Licht optisch den Raum. In der Studie "Warum die Kunden lieber bei Tageslicht einkaufen?" haben sich Experten mit dieser Frage beschäftigt. Sie konnten zeigen, dass die Beeinflussung der Menschen durch Tageslicht viel stärker ist, als bislang angenommen. Allein die Sehleistung und die Erkennungsgeschwindigkeit bei Tageslicht sind sehr viel besser als bei Kunstlicht. Tageslicht weist eine Spektralzusammensetzung über die gesamte Bandbreite aus, während im Kunstlicht meist eine bestimmte Farbe dominiert. Als Folge können die Farben von Produkten am POS und bei Tageslicht jeweils unterschiedlich ausfallen. Tageslicht bewirkt neben einer höheren Beleuchtungsstärke und einer authentischen Farbwiedergabe auch einen besseren Kontrast.

Human Centric Lighting: Beleuchtungslösungen mit tageslichtähnlichem Lichtverlauf

Beleuchtungslösungen mit tageslichtähnlichem Lichtverlauf, welche die biologischen Wirkungen von Licht kennen und anwenden, fassen Experten unter dem Begriff Human Centric Lighting zusammen. Der EDEKA Markt Köpper im niedersächsischen Niedernwöhren arbeitet im Kassen- und Eingangsbereich mit dieser neuartigen Entwicklung der Lichtindustrie. Durch eine zonierte Beleuchtung sorgen die Lichtdesigner von Oktalite Lichttechnik GmbH für Orientierung im Markt. Im Kassenbereich, in dem die Mitarbeiter viele Stunden sitzen und daher am stärksten dem künstlichen Licht ausgesetzt sind, ändert sich die Lichtfarbe und Lichtintensität tageslichtsynchron. So ahmt die künstliche Beleuchtung das natürliche Licht nach und folgt damit dem menschlichen Biorhythmus. Morgens und abends hat das Kunstlicht eine geringere Intensität und wärmere Lichtfarbe, während es mittags die höchste Intensität und kühlste Lichtfarbe aufweist. Das menschliche Auge ist empfänglich für bereits kleinste Veränderungen im Licht und reagiert darauf. So reguliert der Körper verschiedene Funktionen, wie zum Beispiel den Wechsel zwischen hoher Aktivität und Ruhephasen. Wird diese Funktionsweise unterstützt, bleibt der Mensch gesund und leistungsfähig.

Auf der Verkaufsfläche schaffen 4.000 Kelvin eine frische, kühle Atmosphäre. Auch hier ändert sich die Intensität der Beleuchtung tageslichtsynchron. Die Lichtfarbe bleibt dabei allerdings durchgängig bestehen. Obst und Gemüse sowie die Weinabteilung verwandelten die Lichtexperten mit warmem Licht von 2.700 Kelvin und 4.000 Lumen in entspannende Einkaufszonen.

Umrüstung auf LED-Technologie ist in vollem Gang

Ein Beispiel für einen Einbaustrahler, der alle Vorteile und Anforderungen an zeitgemäße LED-Technologie in sich vereint, ist der Einbaustrahler Quira Plus: Leistungsstark, flexibel und kompakt erweitert er die Produktfamilie Quira und ist in allen Bereichen ein Allrounder. Das Besondere an der Leuchte ist ihr Einbauring: Er ermöglicht drei verschiedene Deckenausschnitte (175, 185 und 195 Millimeter) und somit maximale Flexibilität beispielsweise bei Objektsanierungen. Die Leuchte ist stufenlos drehbar und um 15 Grad nach innen sowie bis 70 Grad nach außen schwenkbar. Mit dieser variablen Ausrichtung sorgt sie für überzeugende Lichtszenarien auch bei Hochdekorationen – eine Ausleuchtung bis unter die Deckenkante ist möglich. Im eingeschwenkten Zustand bleibt der LED-Strahler deckenbündig. Da die Leuchte in allen Weißlichtfarben inklusive "Best Colour" und "Efficient Colour" sowie allen Speziallichtfarben für den Frischebereich lieferbar ist, können Kunden sie bei Food, Fashion und allen anderen Warensegmenten einsetzen. Quira Plus erzeugt mit bis zu 5.000 Lumen sechs Prozent mehr Licht als vergleichbare Strahler mit konventioneller Technologie. Mit 91 Lumen pro Watt ist der Strahler um 25 Prozent energieeffizienter. Außerdem ist die Lebensdauer einer LED dreimal so lang wie die eines herkömmlichen Leuchtmittels, das bedeutet, es entfallen im laufenden Betrieb weniger Kosten für Ersatzleuchtmittel und Leuchtmittelwechsel.

Dynamisches Licht geht den Weg in den Massenmarkt

Dynamische Lichtsteuerung verpackt in sogenannte Smart Home Technologien mögen den Massenmarkt auch 2016 noch nicht erreicht haben, stoßen aber bei Verbrauchern von Jahr zu Jahr auf größeres Inte-resse. Laut einer internationalen GFK Studie glauben rund 43 Prozent der deutschen Internetnutzer, dass unter den Tech-Trends Smart Home Anwendungen den größten Einfluss auf ihr Leben haben werden. Besonders attraktiv sind für die Befragten Produkte aus den Bereichen Energie & Beleuchtung (51 Prozent) sowie Sicherheit & Steuerung (49 Prozent).

"Wir verbringen den Großteil unserer Zeit zu Hause. Dabei ist es nur natürlich, dass wir nach höherem Wohnkomfort streben und durch die Automatisierung bestimmter Haushaltsaufgaben und Vorlieben  Zeit sparen möchten", so Alain Molinié, Gründer, Präsident und CEO des französischen Smart Home Unternehmens AwoX. "Vernetzte Geräte im eigenen Haus ermöglichen dies, indem sie sich persönliche Benutzereinstellungen oder etwa die bevorzugte, stimmungsvolle Raumbeleuchtung merken. Durch die intelligente Nutzung von Strom werden zusätzlich Energie und Kosten gespart."

Hohe Kosten stellen eine Hürde bei der Anschaffung dar

Die repräsentative GFK Studie zeigt, dass der Kostenfaktor bei der Anschaffung von Smart Home Technologien eine entscheidende Rolle spielt. Rund 42 Prozent der 1.017 zum Thema Smart Home befragten Deutschen nennen hohe Kosten als größtes Hindernis. Eine der einfachsten Möglichkeiten, die Idee des Smart Homes in einen Haushalt zu integrieren, ist die Beleuchtung: "Insbesondere die SmartLEDs, ein neues Produktsortiment vernetzbarer, zu 100 Prozent regulierbarer LED-Lampen, sind zum günstigen Preis bereits unter 20 Euro erhältlich. All unsere LED Lampen verfügen über die Energieeffizienzklasse A+ und haben bei einer täglichen Nutzung von 2,7 Stunden eine durchschnittliche Lebensdauer von rund 20.000 Stunden", erklärt Alain Molinié weiter.

Neue Konzepte für Hybrid-Beleuchtung

AwoX nennt sich selbst den Erfinder der Hybrid-Beleuchtung, die Licht mit Musik (StriimLIGHT), mit Kamera (CamLIGHT) und mit Düften (AromaLIGHT) verbindet und bietet im Bereich "Connected Lighting" eine große Auswahl an Produkten – 40 an der Zahl – an, für die keine zusätzlichen Geräte, wie beispielsweise Gateways, benötigt werden. Die AwoX Lampen sind mit Bluetooth und WiFi für einfaches Plug & Play ausgestattet. Mittels der im iTunes Store und Google Play Store kostenfrei erhältlichen SmartCONTROL App ist es zudem möglich, per Gruppenfunktion bis zu acht Lampen oder SmartPLUGS (intelligente Stromstecker) gleichzeitig zu steuern und Zeitpläne für das perfekte Timing bei der Verwendung der smarten Objekte von AwoX zu erstellen.

Dabei bietet das Vorstoßen von innovativen Lichtsteuerungskonzepten in den Massenmarkt auch im Bereich professioneller Anwendungen noch viel Potenzial. Denn setzen sie sich im Massenmarkt durch, sind diese dann auch für POS-Anwendungen erschwinglich und öffnen möglicherweise Türen zu ganz neuen Märkten und Anwendungskonzepten: Gerade die Schlagworte "Licht & Musik", "Licht & Kamera" oder auch "Licht & Duft" lassen schon jetzt Erlebniswelten und Erlebnisinszenierungen am POS in ganz neuem "Licht" erscheinen.

Light + Building 2016: "Licht”blicke in die Zukunft

Die neuesten Design-Trends im Leuchtenmarkt präsentieren die nationalen und internationalen Aussteller auch auf der kommenden Light + Building. Die Digitalisierung des Lichts hat den Weg in eine neue Dimension der Lichtgestaltung geebnet. Licht verbindet sich mit dem Raum, setzt Akzente und wird zum eigenständigen Designobjekt. Leuchtmittel und Leuchten sind kleiner und leistungsfähiger, fügen sich dezent in die Architektur ein oder unterstreichen diese. Je nach Tätigkeiten oder Raumsituationen stehen heute vielfältige Beleuchtungsarten zur Verfügung, z. B. direkt/indirekt strahlende Leuchten mit variabler Lichtverteilung für angenehme Deckenaufhellung oder blendfreie Arbeitsplatzbeleuchtungen. Vielseitigkeit und Individualität prägen die Trends von morgen bei dekorativen Leuchten für den Objekt- und Wohnbereich. Die Innovationen der Lichttechnik rücken den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Das Thema Mensch und Gesundheit – Human Centric Lighting – spielt im Lichtmarkt und natürlich auch auf der Light + Building eine wichtige Rolle. Es fördert höhere Leistungsfähigkeit bei Jugendlichen, verbessert das Wohlbefinden aller Altersschichten und sorgt für bessere Heilungsprozesse: Damit ist es ein wichtiges Zukunftsthema auch über die Branche hinaus.

Auf der Light + Building 2016 gibt es die Neuheiten zu den Trend-Themen: Die rund 2.500 Aussteller präsentieren an sechs Messetagen alle Branchentrends, die zudem im Rahmenprogramm beleuchtet und in Fachvorträgen vertieft werden. Die Light + Building, weltgrößte Messe für Licht und Gebäudetechnik, öffnet vom 13. bis 18. März 2016 in Frankfurt am Main ihre Tore. Rund 2.500 Aussteller präsentieren ihre Weltneuheiten für Licht, Elektrotechnik sowie Haus- und Gebäudeautomation.