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FachPack 2010: Verpackungsindustrie startet wieder durch


Gut 1.300 Aussteller und über 33.000 Besucher erwartet die FachPack 2010 vom 28. bis 30. September im Messezentrum Nürnberg.

Gerade das wirtschaftlich schwierige Jahr 2009 nutzten führende Unternehmen der Verpackungsbranche, um kräftig in Forschung und Entwicklung zu investieren. So dürfen Fachleute auf innovative Verpackungslösungen (FachPack), kreative Ansätze zur Verpackungsveredelung (PrintPack) und kostensparende Ideen in der Verpackungslogistik (LogIntern) gespannt sein.

Kunststoffe: Weiteres Innovationspotenzial

In der deutschen Kunststoffverpackungsindustrie entwickelten sich die einzelnen Marktsegmente 2009 sehr unterschiedlich. Mit einem Umsatz von 12,5 Mrd. Euro musste die Branche einen Rückgang von rund 10 Prozent hinnehmen. Auch die Produktionsmenge ist um ca. 8 Prozent auf 3,8 Mio. t zurückgegangen. Konsumnahe Verpackungen konnten teilweise sogar Zuwächse verzeichnen, während der Bereich Industrieverpackungen Einbrüche im zweistelligen Bereich verkraften musste. Insgesamt hat laut der Industrievereinigung Kunststoffe (IK) ein weitgehend stabiles Konsumklima Schlimmeres verhindert. Die Umsatzentwicklung der Mitgliedsunternehmen sei in den ersten beiden Quartalen 2010 positiv, prognostiziert die IK. Deutlich erfreulicher als noch Ende 2009 wird auch die Exportsituation beurteilt. Allerdings rechnen die Unternehmen mit weiter steigenden Rohstoffpreisen.

Kunststofffolien für Beutel, Schalen oder Deckel sind die meistgenutzten Verpackungsformen. Viele Hersteller arbeiten derzeit intensiv daran, das Siegeln und Verschweißen zu optimieren. Auf diesem Gebiet besteht großes Potenzial, das sowohl wirtschaftliche als auch qualitative Verbesserungen verspricht. Die Basisanforderungen an Folien steigen stetig. Entscheidend für die Hersteller sind technische Zusatzfunktionen wie Sterilisierbarkeit, leichtes Öffnen und wieder Verschließen oder die Möglichkeit, eine transparente Barriere einzuarbeiten. Ein Beispiel für Folien, die an spezielle Lebensmittel angepasst wurden, ist der Mikrowellenverbund. Er erfordert einen Arbeitsgang weniger als üblich, dadurch wird die Herstellung kostengünstiger. Der Verpackungsinhalt – Chips, Nachos, Kroketten, Kartoffelpuffer etc. – wird in der Mikrowelle samt Folie erhitzt. Dabei kann der Mikrowellenverbund aus unterschiedlichen Verbundmaterialien hergestellt werden und erlaubt Temperaturen bis 135 °C. Ultraschallsiegeln ist eine Innovation, die sich in den letzten Jahren zuerst auf dem Gebiet der Schlauchbeutelherstellung durchgesetzt hat. Es spart Material und verkürzt Prozesszeiten. Der geringe Energieeintrag schont empfindliche Füllgüter wie Salat oder geriebenen Käse. Mit einem neuen Verfahren kann nun auch die Überlapp-Längsnaht beim Schlauchbeutel mit Ultraschall gesiegelt werden. Die Ultraschallsiegelung, die kurze Siegelzeiten, Festigkeit und exakte Reproduzierbarkeit bietet, stieß bisher bei den Überlappungsnähten an ihre Grenzen. Bei Schlauchbeuteln musste hierfür weiterhin ein herkömmliches Heißsiegelverfahren und damit eine teurere, für Hitze und Schall ausgelegte Folie verwendet werden. Jetzt arbeitet eine Verpackungsmaschine mit einem einzigen Siegelverfahren für Längs- und Quernähte. Der Einsatz eines kostengünstigeren, schichtreduzierten Materials ist möglich, Kapillaren an den Quernähten werden vermieden und die Verpackung ist sicher dicht.
Ultraschall-Verschlusstechnik wird neuerdings auch zur Transportsicherung für Umreifungsanlagen eingesetzt. Dadurch können höhere Taktraten erzeugt werden, da die Aggregate keine Aufheizzeiten benötigen.

Papier und Pappe: Online-Handel beflügelt Kreativität

Werden weniger Güter verkauft, sinkt die Nachfrage nach Transportver-
packungen. Die Aussichten für 2010 beschreibt der Verband der Wellpappenindustrie (vdw) als durchwachsen. So hatten vor allem Unternehmen, die stark von der Krise betroffene Branchen wie etwa den Maschinenbau, die Automobilzulieferer oder die chemische Industrie beliefern, hohe Rückgänge zu verzeichnen. Weniger klagten Hersteller von Verpackungen für die Lebensmittelindustrie.

Die deutsche Wellpappenindustrie setzte im vergangenen Jahr 6 Prozent weniger ab als 2008. Mit gut 8,2 Mrd. Quadratmetern liegt der Absatz knapp 530 Mio. Quadratmetern unter dem Vorjahresergebnis. Das entspreche der durchschnittlichen Jahresproduktion von sieben Wellpappenwerken, so der vdw. Auf das laufende Jahr schauen die im vdw organisierten Unternehmen mit verhaltenem Optimismus. Die prognostizierte „schwarze Null“ für das erste Halbjahr wird leicht übertroffen. Auf der FachPack trifft sich die Branche am zweiten Messetag (Mittwoch, 29. September) auf dem Forum Wellpappe.

Ein wachsender Markt, der kreative Verpackungen aus Wellpappe erfordert, ist der Online-Handel. Auch die Versandverpackungen werden zum Teil der Wareninszenierung, wie sie im klassischen Handel durch sinnliche Erlebnisse möglich ist. Die Interaktivität und Informationsvielfalt des Online-Handels wollen die User auch in der Warenpräsentation wiederfinden, wenn ihnen die bestellten Produkte geliefert werden. Das bedeutet: Die Versandverpackung wird für Online-Bestellungen künftig bei der Produktinszenierung durch Veredelung wie Bedruckung oder konstruktive und kreative Innengestaltung eine wichtige Rolle übernehmen.

Faltschachteln: Gesamtsystem im Fokus

Faltschachteln gehören wegen der vielfältigen Bedruck- und Verarbeitungsmöglichkeiten für Lebensmittel, Süßwaren und Medikamente zu den wichtigsten Primärverpackungen. Auf Karton kann z. B. Braille­schrift, die der Gesetzgeber für pharmazeutische Produkte verlangt, leicht appliziert werden. Auch werden die Faltschachtelhersteller immer erfindungsreicher bei Systemen, die für ältere Menschen einfach zu öffnen und zu schließen sind. Das Gesamtsystem Verpackung steht im Fokus, wenn es um die Entwicklung effizienter neuer Faltschachtellösungen geht. Zur Integration großformatiger Packungsbeilagen, Postkarten oder Sachets wurde jetzt eine flexible Spende-Lösung entwickelt, die das Risiko von Störfaktoren entlang der Abpacklinie reduziert. Denn an vielen bestehenden Abpackmaschinen sind Falzaggregate kaum noch in der Lage, die immer umfangreicheren Gebrauchsinformationen zu spenden.



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