GfK Geomarketing-Studie: Weiße Flecken im Discountland Deutschland
GfK GeoMarketing sieht für die Discounter-Szene in Deutschland weiterhin günstige Marktbedingungen. Eine aktuelle Untersuchung der Standortforscher zeigt, dass längst noch nicht alles Potenzial erschlossen ist.
Während GfK GeoMarketing für den gesamtdeutschen Einzelhandel von einem Umsatzminus von etwa zwei Prozent ausgeht, setzen diskontierende Non-Food-Anbieter ihr Wachstum bis auf Weiteres fort. Betriebstypen, die im Wettbewerb mit den Discountern Marktanteile einbüßen, sind insbesondere die Waren- und Kaufhäuser, große SB-Warenhäuser sowie schwach aufgestellte Supermärkte. Grundsätzlich sind die Weichen im diskontierenden Non-Food-Handel auf Wachstum gestellt. GfK Einzelhandelsexperte Manuel Jahn erläutert: „Wachstumstreiber sind die aktuell negative Reallohnentwicklung, die Angst um den Arbeitsplatz und die steigende Sparquote in Deutschland. Allerdings ist zu erwarten, dass auch die Umsatzwachstumskurve der Discounter mittel- bis langfristig immer flacher ausfallen wird, da die soziodemografischen Rahmenbedingungen – Stichwort: Alterung der Gesellschaft – grundsätzlich serviceorientierte und individualisierte Angebote treibt. Managementfehler, wie sie bei Plus, Woolworth, Avanti und Mäc Geiz sichtbar wurden, verzeiht der Markt auch Discountern nicht.“
Discounter-Verkaufsflächenausstattung nicht überall in Deutschland hoch
Im Discountgeschäft sind gerade die Lebensmittel-Discounter mit rund 16.000 Verkaufsstellen aus der deutschen Einzelhandelslandschaft nicht mehr wegzudenken. Allerdings fürchten viele Branchenakteure ein Ende der Wachstumsstory. GfK Geo-Marketing hat, um eine faktenbasierte Expansionsplanung zu ermöglichen, seine Einzelhandels-Datenbank sowie Informationen der Handelsunternehmen ausgewertet. Neu berechnet wurde aus diesen Angaben die durchschnittliche Verkaufsflächenausstattung an Lebensmitteldiscountern pro 1.000 Einwohner auf Stadt- bzw. Landkreisebene. Die durchschnittliche Discounter-Flächenausstattung liegt demnach bei rd. 150 Quadratmetern Verkaufsfläche pro 1.000 Einwohner in Deutschland. Allerdings zeigen sich mit Blick auf die Stadt- bzw. Landkreise deutlich unterschiedliche
räumliche Verteilungsmuster. Dabei wird offensichtlich, dass insbesondere der Osten Deutschlands sehr hohe Ausstattungsgrade deutlich über dem Bundesdurchschnitt aufweist. Dies ist zum einen der nach der Wiedervereinigung einhergegangenen aggressiven Expansionswut der Lebensmittelketten geschuldet, zum anderen spiegelt sich hier die teilweise niedrige Besiedlungs- und Kaufkraftdichte wider.
Demgegenüber können für die Mitte und den Westen Deutschlands noch „weiße Flecken“ mit zum Teil erheblich unterdurchschnittlichen discounterspezifischen Verkaufsflächenausstattungen festgestellt werden. So bieten insbesondere die
Ballungsräume in den westlichen Bundesländern wie zum Beispiel die Rhein-Ruhr-Region sowie Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart und München noch hohe Potenziale. Unterrepräsentiert sind Lebensmitteldiscounter auch generell im Bundesland Hessen.
Manuel Jahn, Projektmanager der Untersuchung und Bereichsleiter Beratung für Investoren und Finanzierer bei GfK GeoMarketing, kommentiert: „Damit gibt es keine eindeutige Korrelation zwischen der Netzdichte von Lebensmitteldiscountern und der Einkommenssituation der Wohnbevölkerung. Vielmehr muss von vielfältigen Einflussgrößen wie Verfügbarkeit und Preise geeigneter Grundstücke ausgegangen werden. Auch die regionale Genehmigungspolitik ist entscheidend.“
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