Die Topthemen dieser Ausgabe:

Interview: Vom POS zum POX im LEH
Omnichannel: Mister Spex – moderne, stationäre Heimat für Online Optik-Riesen in Bonn
Packaging: Kunststoffrecycling durch Künstliche Intelligenz
Symposium: „Nachhaltige Getränkelogistik“ wird zum Erfolgsfaktor für die Getränkewirtschaft

Rund 70 Prozent der Kaufentscheidungen fallen direkt am POS. Ganz analog am Regal, immer noch. Schaut man den Supermarkt-Kunden dabei mal über die Schulter, stehen auf den meisten Einkaufslisten lediglich Kategorien. Zum Beispiel Butter, Milch und Brot. Sorte und Marke fehlen meistens in der Planung. POS kompakt hat mit Jessica Reinbold von der Agentur ReinboldRost über deren Arbeit zur optimierten Wertschöpfung im LEH vor dem Hintergrund des digitalen Wandels gesprochen.

Mister Spex ist heute die führende Omnichannel-Optikmarke in Europa. Über fünf Millionen Kund:innen, Onlineshops in zehn Ländern, über 60 Stores in Deutschland, Österreich und Schweden sowie ein flächendeckendes Netzwerk aus über 400 Partneroptikern verdeutlichen die Führungsrolle des Optik-Profis.Ursprünglich hatte die Optikbranche den Bereich Onlinehandel völlig vernachlässigt. Gründer Dirk Graber entwickelte daher die Vision, mit dem Online-Angebot eine neue Art des Brillenkaufs zu etablieren. 2007 wurde Mister Spex gegründet und im April 2008 ging der Onlineshop live. Vorteile der On- und Offline Welten verbinden Als Onlinehändler gegründet, erweiterte Mister Spex schon bald sein Angebot um Services wie Sehtests und Anpassungen. Diese wurden zunächst von einem Netz aus lokalen Optik-Betrieben in Partnerschaft gewährleistet. Bereits 2016 eröffnete das Optik-Unternehmen aber seinen ersten eigenen Offline-Store in Berlin. Seitdem sind viele weitere in Deutschland und Europa hinzugekommen. Mit dem Bonner Store baut Mister Spex die Omnichannel Strategie weiter aus. 

Um die Kreisläufe für Kunststoffverpackungen zu schließen, beteiligen sich 51 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft an einem neuen KI-Anwendungshub. Die vom Bundes-
ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Maßnahme will in zwei Innovationslaboren die Nachhaltigkeit von Kunststoffverpackungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette verbessern. Das Deutsche Verpackungsinstitut e. V. (dvi) beteiligt sich als Projektpartner am Innovationslabor K3I-Cycling, das über eine neue, offene und standardisierbare KI-Schnittstelle zum ersten Mal die Vernetzung aller Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette möglich macht.

Am 6. Oktober 2022 fand in Köln auf Einladung der Logistikberatung Huesch & Partner sowie des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH) das Symposium „Nachhaltige Getränkelogistik“ statt. Das diesjährige Symposium zur Getränkelogistik zeigte eindrucksvoll, wie Hersteller, Handel und Dienstleister durch nachhaltige Konzepte auch kurzfristig erheblich Kosten reduzieren können. Bereits im ersten Vortrag von Dirk Reinsberg, Vorstand des BV GFGH wurde klar, dass es sich bei dem Thema „Nachhaltige Logistik“ nicht um eine trendig grüne kommunikative Verpackung, sondern um knallharte wirtschaftliche Fakten handelt. Insbesondere der Green Deal der europäischen Union schafft künftig neue Rahmenbedingungen für alle Unternehmer. So spielt Nachhaltigkeit in der Logistik z. B. auch bei Finanzierungskonditionen eine wichtige Rolle. Für den GFGH, bei dem die Logistik einen elementaren Teil seines Leistungsspektrums darstellt, wird das Thema zu einer Existenzfrage werden. Das bedeutet: Ohne Nachhaltigkeit künftig keine oder eine besonders teure Finanzierung und wenig Perspektiven, im Wettbewerb bestehen zu können.